„Eine bessere Welt – meine eigenen Kriterien für die Bundestagswahl“

Datum15 September 2021 19:00 - 21:00

OrtHYBRIDVERANSTALTUNG

Spätester Anmeldungszeitpunkt14 September 2021

Reaktionen

Die beiden Schreiben von Papst Franziskus "Laudato Si" und "Fratelli Tutti" geben Impulse, wie wir unser Miteinander - sowohl zwischenmenschlich als auch mit der Schöpfung - gestalten sollen.

Anhand ausgewählter Themen wollen wir ins Gespräch kommen, um Kriterien für die kommende Bundestagswahl aufzeigen.

Sie können sich in zwei Gesprächsrunden austauschen, um für sich eine gute Basis für Ihre Stimmabgabe im Sinne von „Laudato Si“ und „Fratelli Tutti“ zu finden. 

Die beiden Texte müssen Sie vorab nicht gelesen haben. 


ONLINE

Der Konferenzlink wird den angemeldeten Personen per Mail zugeschickt.

 

TEILNAHME VOR ORT
Generationen-Zentrum Matthias Ehrenfried
Bahnhofstraße 4 - 6
97070 Würzburg
0931/386-68700

 

Die Teilnahme ist KOSTENFREI

 

ABLAUF

  • Begrüßung
  • Vorstellung der Workshops und der Impulsgebenden
  • Erste Workshoprunde
  • Pause und Workshopwechsel
  • Zweite Workshoprunde
  • Schlussplenum

Die Arbeitsweise ist partizipativ. Kommentare und Anmerkungen können auch digital eingegeben werden.

 

Im Anschluss an das Schlussplenum kann weiter diskutiert werden.

 

SCHÖPFUNGSVERANTWORTUNG („LAUDATO SI“)

In seiner Enzyklika "Laudato Si - Über die Sorge für das gemeinsame Haus“ lädt Papst Franziskus alle Menschen ein, dabei mitzuwirken, den Klimawandel, die größte Herausforderung der Menschheit, zu stoppen. Ursachen für diese Situation ist u. a. die menschliche Haltung, "Schwester Erde" besitzen und beherrschen zu wollen. ("Dem Herrn gehört die Erde.", Ps 24,1)

Dieses "technokratische Paradigma" wirkt sich auf die Finanzwelt, die Kurzsichtigkeit der politischen Macht, den Konsum und vieles mehr aus und führt so zur sozio-öko-logischen Krise. Der Papst verbindet immer die ökologische Frage mit der Gerechtigkeit.

Das „Stöhnen von Schwester Erde" braucht einen Kurswechsel, indem sich der Mensch für das Gute entscheidet. Es braucht eine neue Beziehung zur Natur und einen neuen Menschen. Das beginnt im alltäglichen Verhalten (Wasser sparen, Licht ausschalten, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen...) und führt zu politischem Handeln (internationale Ökologiebewegung). Nicht nur aus der Bibel ist die Haltung der "Genügsamkeit" abzuleiten: "Man kann wenig brauchen und gut leben."

Rainer Zöller

 

"DAS GROSSE THEMA IST DIE ARBEIT" (FT 162)

„Das große Thema ist die Arbeit. ... Dies ist die beste Hilfe für einen Armen, der beste Weg zu einer würdigen Existenz. Daher möchte ich betonen: Den Armen mit Geld zu helfen muss in diesem Sinn immer eine provisorische Lösung sein, um den Dringlichkeiten abzuhelfen. Das große Ziel muss immer sein, ihnen mittels Arbeit ein würdiges Leben zu ermöglichen. Auch wenn sich die Produktionssysteme verändern, darf die Politik nicht auf das Ziel einer Gesellschaftsorganisation verzichten, die es jeder Person ermöglicht, sich mit ihren Fähigkeiten und Initiativen einzubringen. In einer wirklich entwickelten Gesellschaft ist die Arbeit eine unverzichtbare Dimension des gesellschaftlichen Lebens, weil sie nicht nur eine Art ist, sich das Brot zu verdienen, sondern auch ein Weg zum persönlichen Wachstum, um gesunde Beziehungen aufzubauen, um sich selbst auszudrücken, um Gaben zu teilen, um sich mitverantwortlich für die Vervollkommnung der Welt zu fühlen und um schließlich als Volk zu leben." 
Wir erleben einen tiefgreifenden Prozess der Veränderung der Arbeitswelt im Blick auf die Produkte und die Produktionsweisen. Worauf kommt es in diesem Veränderungsprozess an? Wie können die Würde und die Rechte der arbeitenden Menschen gewahrt und geschützt werden? 

Peter Hartlaub, KAB und Betriebsseelsorge

 

GEMEINWOHLÖKONOMIE

In dem Schreiben "Laudato Si" wird fünfundzwanzig mal vom Gemeinwohl gesprochen. In vielen Verfassungen ist das "wirtschaftliche" Handeln auf das Gemeinwohl ausgerichtet. Die Bayerische Verfassung schreibt in Art. 151 (1): "Die gesamte wirtschaftliche Tätigkeit dient dem Gemeinwohl, insbesonders der Gewährleistung eines menschenwürdigen Daseins für alle und der späteren Erhöhung der Lebenshaltung aller Volksschichten."

Eine Ausrichtung auf das Gemeinwohl ist unumgänglich, um die "Schere" nicht weiter auseinander gehen zu lassen. Wie dies gelingen kann, wird exemplarisch an verschiedenen Punkten aufgezeigt.

Alexander Sitter, Diözesanstelle Weltkirche

 

"FRIEDEN IST MEHR ALS DAS NICHTVORHANDENSEIN VON KRIEG" (LS 225)

Schon in „Laudato Si“, aber vor allem in „Fratelli Tutti“ spricht sich der Papst gegen atomare Bewaffnung und Abschreckung, gegen Rüstungsindustrie und Waffenhandel aus. Er bestreitet die Vorstellung, dass heute noch ein Krieg "gerecht" genannt werden könnte. Als NATO-Land, auf dessen Boden Atomwaffen lagern und dessen Industrie am Waffenhandel sehr viel Geld verdient, ist Deutschland hier in einer wichtigen Vorbildrolle weltweit. 
Statt Milliarden für die Rüstung auszugeben, könnte Deutschland zivile Konfliktlösung und wirtschaftliche Gerechtigkeit weltweit fördern.

Stefan Silber, pax christi

 

GESCHWISTERLICHKEIT UND SOZIALE FREUNDSCHAFT

„Unterschiede sind kreativ, sie erzeugen Spannungen und in der Auflösung einer Spannung liegt der Fortschritt der Menschheit“ (FT 203). Wir sind herausgefordert durch die Auswirkungen der Globalisierung und zahlreicher Flüchtlingsdramen. Papst Franziskus bezieht unmissverständlich Stellung, indem er auf die unbedingte Menschenwürde, die sich aus der Gottesebenbildlichkeit begründet, hinweist.

Wir sind gefordert, menschenwürdige Lebensbedingungen hier und weltweit zu schaffen. Für die Flüchtlingshilfe heißt das - ohne wenn und aber -: Geflüchtete aufnehmen, schützen, fördern und integrieren.

Robert Hübner, Asylseelsorge

 

NACHHALTIGE MOBILITÄT

Jeder weiß oder kann wissen, dass die derzeitige Art unserer Mobilität nicht nachhaltig ist: der Verkehr beruht immer noch weitgehend auf fossiler Energie, hat als einziger Sektor keinerlei CO2-Rückgang vorzuweisen, verbraucht immense Flächen, erzeugt Lärm und Abgase. Und doch ist in dem Bereich am schwersten etwas zu ändern, weil er mit unseren Gewohnheiten verknüpft ist - wir haben uns ans Auto und ans Fliegen gewöhnt. Papst Franziskus beklagt in "Laudato Si", dass die Verkehrsverhältnisse in den Städten Grund für große Leiden der Bevölkerung sind und mahnt eine Verbesserung der öffentlichen Verkehrsmittel an (LS 153). 
Wie können wir unsere Mobilität menschen- und umweltgerecht, nachhaltig gestalten? Welche Rolle spielt dabei die Politik und welche das Verhalten des Einzelnen?

Br. Julian Glienke OSB, Abtei Münsterschwarzach

2021-09-15 Flyer Wahlkriterien.pdf

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